Bei Fillern und Botulinumtoxin entscheidet nicht nur wer spritzt, sondern auch was gespritzt wird. Der Markt kennt neben zugelassenen Originalprodukten auch Grauimporte ohne EU-Zulassung und im schlimmsten Fall Fälschungen. Die gute Nachricht: Als Patient:in dürfen Sie prüfen — und seriöse Praxen zeigen gern.
Ihre Rechte im Behandlungszimmer
Sie dürfen jederzeit fragen — und sollten es auch:
- „Welches Produkt verwenden Sie — und von welchem Hersteller?" Eine klare, sofortige Antwort ist Standard. Ausweichen ist ein Warnsignal.
- „Darf ich die Verpackung sehen?" Originalprodukte kommen in versiegelter Verpackung mit Produktname, Hersteller, Chargennummer (LOT) und Haltbarkeitsdatum. Viele Praxen öffnen die Packung auf Wunsch vor Ihren Augen.
- „Ist das Produkt in der EU zugelassen bzw. CE-gekennzeichnet?" Filler sind Medizinprodukte mit CE-Kennzeichnung; Botulinumtoxin ist ein zugelassenes, verschreibungspflichtiges Arzneimittel.
Notieren Sie sich Produktname und Chargennummer — bei künftigen Behandlungen (auch in anderen Praxen) ist diese Information Gold wert. Manche Praxen tragen sie in einen Behandlungspass ein; fragen Sie danach.
Warnsignale
- Auffällig niedrige Preise: Original-Produkte haben feste Einkaufskosten. Liegt ein Angebot weit darunter, muss irgendwo gespart worden sein — beim Produkt, der Menge oder der Qualifikation.
- Keine Auskunft zum Produkt: Wer nicht sagen will oder kann, was gespritzt wird, hat die Beweislast gegen sich.
- Bereits aufgezogene Spritzen ohne sichtbare Verpackung: Kein Beweis für ein Problem — aber ein Grund, nach der Verpackung zu fragen.
- „Eigenimporte" als Verkaufsargument: Nicht-EU-Ware ohne hiesige Zulassung hat in einer seriösen Praxis nichts zu suchen.
Warum das so wichtig ist
Bei nicht zugelassenen Produkten fehlen die hiesige Qualitätskontrolle der Lieferkette und im Zweifel auch die klare Haftungslage. Und bei Fälschungen wissen weder Sie noch die Behandler:in, was tatsächlich in der Spritze ist. Der Preisunterschied von oft nur 50–100 € steht in keinem Verhältnis zum Risiko.
Wie wir das im Netzwerk handhaben
Transparente Aufklärung — auch über Produkte — gehört zu den Anforderungen an unsere Partner-Praxen; wen wir bewusst nicht aufnehmen, lesen Sie hier. Die komplette Frageliste für Ihr Beratungsgespräch finden Sie in der Checkliste.
Kostenlose Beratung anfragen — bei geprüften Praxen, die Ihnen gern zeigen, was sie verwenden.
